Speedskating

Skaten Ende November - mit Experts-in-Speed im Aldiana Club Zypern

4. Dezember 2012

Genuß pur - der tägliche Sundowner an der Strandbar...
Genuß pur - der tägliche Sundowner an der Strandbar...

Ciao Sardinien, Kalimera Zypern!
Mit Experts-in-Speed haben einige von uns ja schon erfolgreiche und schöne Trainingslager auf Sardinien verbracht, ob in den Anfängen in Alghero im Green Hotel oder später auf der anderen Seite der Bucht im Hotel Capo Cacia. Es war eine tolle Zeit die sicher keiner von uns missen mag aber in den letzten Jahren waren die Straßenverhältnisse doch immer schlechter geworden, die langen Bustransfers nicht jedermanns Sache, das Hotel ein wenig in die Jahre gekommen und so hat Sebastian Baumgartner mittlerweile die Location gewechselt und ist nun mit seinem Inline Camp im Aldiana Club Zypern heimisch geworden. Ich habe lange überlegt, ob es für mich wohl das Richtige ist dort noch mal auf die Skates zu gehen und da ich aufgrund meiner langen Krankphase noch jede Menge Resturlaub hatte, hab ich dies in der letzten Novemberwoche einfach noch einmal gemacht...eines schon mal vorweg, bereut hab ich es auf gar keinen Fall...

Eigentlich sind es jetzt auch völlig andere Voraussetzungen als es sonst im März der Fall war. Da wollte man immer in die Saison einsteigen, sich den letzten Schliff holen, um dann wieder richtig durchzustarten. Ende November sieht das naturgegeben etwas anders aus, man hat hierzulande die Outdoorsaison abgeschlossen, das Wetter wird immer ungemütlicher und man lernt wieder Hallen von innen kennen. Nach quasi 1,5 Jahren ohne Skates für mich eigentlich auch der ideale Zeitpunkt, um wieder etwas Kondition aufzubauen und mich auch technisch wieder der Sportart anzunähern. Nicht so ganz sicher war ich mir, ob so ein „all inclusive“ Club wohl das richtige für mich ist aber man muss ja auch mal was neues ausprobieren und so hatte ich dann einfach mal gebucht. Einige Wiederholungstäter vom Vorjahr kannte ich auch schon, ein ganzer Schwung Dusfor Skater war wieder dabei aber es gab am Flughafen in Düsseldorf auch schon ein freudiges Wiedersehen mit Steffi Pipke und den Ruhrbosslern Kathrin, Christian, Annette und Herve. Da es keinen Direktflug Düsseldorf – Larnaca gab flogen wir zum Umsteigen nach Wien und dort stießen noch weitere Skater aus Hamburg / Hannover / Frankfurt / München zu uns. Insgesamt waren wir 25 Teilnehmer und 3 Teamer, ein nettes, buntgemischtes Trüppchen vom Fitness- bis zum Speedskater. Der Hinflug verlief unproblematisch auch wenn die dicke Wolkendecke über Zypern und der holprige Landeanflug nichts wirklich Gutes verhieß. Kaum kamen wir dann aus dem Flughafen heraus und stiegen ins Taxi, prasselte ein heftiges Gewitter auf uns nieder und verwandelte Straßen und Felder in wahre Seenlandschaften. Nun ja, das Wetter hat man nicht in der Hand aber wir sind ja auch schon im Hagel auf Sardinien geskatet. Egal, erst einmal im Club eingecheckt, Zimmer inspiziert, die Snacks und die Bar getestet und aufs Abendessen vorbereitet. Das war dann wirklich sehr, sehr gut und ich wusste, es wird hart hier den kulinarischen Genüssen mit Sport Paroli zu bieten, zumal ja auch an der Bar der ein oder andere Cocktail auf uns lauerte.

Der ein oder die andere stürzte sich noch ins Abendprogramm, ich war von der Fliegerei und dem frühen Aufstehen aber müde und sank recht früh in eines meiner 3 Betten...ja, die Zimmer waren allgemein schon recht nett und großzügig bemessen. Ich hatte aber zumindest nicht die ganz große Qual der Wahl, Steffi z.B. musste sich ständig auch noch zwischen 3 Badezimmern in ihrer Suite entscheiden...der Club war zu dieser Jahreszeit halt nicht mehr wirklich voll und so hatten einige durchaus Glück bei der Zimmervergabe und durften teilweise wirklich riesige Suiten bewohnen. Am nächsten Morgen guckte dann auch schon die Sonne zwischen den Wolken hervor, die Temperaturen waren durchaus angenehm und nach kurzer Kennenlernrunde wurde erst einmal „privat“ geskatet. Die Teamer fuhren die angedachten Ausfahrtsstrecken per Auto ab und ich schloss mich den erfahrenen Zypernwiederholungstätern an und wir erkundeten die ersten Strecken. Dann musste man auch schon an die wichtige, mittägliche Kalorienzufuhr denken und nach einem Abstecher zum Strand stand nachmittags die erste kleine Experts Ausfahrt an. Hier fanden sich im Prinzip auch schon die Gruppen zusammen und ich mich in netter Gesellschaft mit Teamerin Steffi Pipke in Gruppe 2 wieder. Die etwas Ambitionierteren fuhren mit dem schweizer Teamer Urs Hochstrasser, die etwas Gemütlicheren schließlich mit Sebi Baumgartner zusammen.

Irgendwie war es wieder ein tolles Gefühl guten Asphalt unter den Rollen und warmen Wind um die Nase zu haben. Ein wenig schmutzig vom Gewitter waren die Straßen zwar noch aber der Asphalt war sehr gut zu skaten und das Skateterrain an sich zeichnete sich durch leichte Profilierungen aus; keine zu steile oder zu lange Passagen, so dass auch hier jede Könnensstufe auf ihre Kosten kam. Das absolute Highlight aus meiner Sicht waren aber die Abfahrten. Diese waren auch nie steil, sondern lange sachte abfallend und in einer guten Gruppe (sagte ich bereits, dass ich natürlich in einer richtig guten Gruppe fuhr ;-)) machte es einfach riesigen Spaß mit teilweise bis zu 50 km/h harmonisch über die zypriotischen Straßen zu gleiten. Das war ein Feeling, das ich gefühlte Ewigkeiten nicht mehr hatte, die Glückshormonausschüttung ließ einfach nicht nach und es war extrem schwierig, neben breitestem Grinsen noch einen anderen Gesichtsausdruck zu zeigen.

Ich hab nicht wirklich Buch geführt aber prinzipiell haben wir uns immer morgens um 10 Uhr getroffen, an ein paar technischen Dingen wie Kurve, Fallen in den Abdruck, Abdruck an sich, usw. gearbeitet und haben uns anschließend in den !Achtung! zypriotischen Linksverkehr gewagt, um das Gelernte auch anzuwenden. Linksverkehr ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, prinzipiell guckt man irgendwie immer in die falsche Richtung aber das ist halt noch ein Relikt der englischen Besatzung, die bis 1968 andauerte. Dann waren wir meist gegen 12 Uhr zurück, haben ein bisschen am Meer relaxt, das Mittagessen genossen und um 14:30 Uhr ging es wieder auf die Rollen, um –je nach Strecke- 20-35 Km abzurollen.

Absolutes Muss war dann nach Rückkehr in den Club der Sundowner an der Strandbar mit meist herrlichem Sonnenuntergang. Danach war noch Zeit für die Nutzung der schönen Saunaanlage, bis man sich gegen 18:45 Uhr an der Poolbar traf, um sich auf das Abendessen einzustimmen. Volles Programm aber jederzeit geprägt vom – für mich immer noch einzigartigem – Spirit der Experts-Familie. Irgendwie sind wir da wirklich eine große Family, die es liebt zu skaten und dies auch wirklich auslebt. Gerade in dieser Woche ist mir aufgefallen, dass hier niemand manisch Kilometer frisst oder Tempo bolzt (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel ;-)) dafür sind alle wissbegierig und lauschen auch gebannt z.B. der Videoanalyse. Zu Verbessern gibt es halt immer etwas und auch für mich persönlich waren es wieder einige Kleinigkeiten und Erkenntnisse die ich aus der Woche mitnehme...nicht zuletzt auch unsere ganz starke Performance bei der Kinderbelustigung im Club zu Hoppelhase Hans (big hands an dieser Stelle für Initiator Heiko!), dann natürlich unvergessene Saunagänge mit Sebi und Bernhard, die Erkenntnis, dass „Dinner for one“ zwar zum festen Aldiana Clubprogramm gehört, Skater das Ganze aber locker aufmischen können, Schürzenjäger eigentlich gar nicht viel mit Volksmusik am Helm haben...von „normaler“ Bekleidung mal ganz abgesehen...Inlineskater immer die beste Stimmung in der Disco verbreiten und Gefriertüten offensichtlich nicht nur in Gefrierschränke gehören. Das entsprechende Seminar dazu kann beim Speedteam Nienburg oder auch bei Ruhrboss 03 belegt werden. So, was hab ich noch vergessen? Richtig, Montag war Ruhetag und von daher idealerweise zum Mountainbiken geeignet ;-) Die angeschlossene Station von Zypern Bike versorgte uns mit Material und Guide und wir machten uns zu siebt auf eine prima 28km Tour durchs Hinterland. Dann natürlich die unvergessliche Early Morning Tour (Startzeit 7:15 Uhr !) am Mittwoch mit Kaffee- und Saftstopp in einem zypriotischem Dorf. Anschließend nutzten auch noch einige die Möglichkeit mit Zypernbike einen Wanderausflug zu machen. Da war ich dann nicht dabei aber zumindest aus den Erzählungen hörte sich auch dies wirklich gut an. Helm schützt im Übrigen auch auf Zypern, leider gab es auch einen schwereren Sturz zu verzeichnen aber hier hat Bernhards Helm genau das gemacht wofür er da war, Hemd und Hose können auch ersetzt werden und der Hautverlust hielt sich ebenfalls in Grenzen.

Für mich persönlich fühlte sich die Woche irgendwie an wie zwei Wochen Urlaub und ich denke, das ist ein ganz gutes Zeichen. „Alleine“ würde ich zwar wahrscheinlich nicht in so einen Club fahren. Letztendlich merkt man dort halt nicht so wirklich, ob man in Spanien, Italien oder Zypern ist. Die Versorgung vor Ort ist aber erstklassig, die Anlage ist schön angelegt, die Zimmer sind prima und vor allem kann man hier auch problemlos seinen ggf. nicht skatenden Partner/in mitnehmen; der Club bietet halt auch eine Menge Programm (Spinning/Fitness/Tennis/Bogenschießen/Abendunterhaltung...) nebenher. Ein ganz lieber Dank geht an Steffi, Urs und Sebi für die nette und fachkundige Betreuung vor Ort, ein besonderer Dank an „meine“ Gruppe 2, die mir wieder richtig Lust aufs Skaten machte und an alle übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das nette Miteinander und die interessanten Gespräche während der Woche. Ein letzter Gruß vielleicht noch an den Supervisor der Sicherheitskontrollen am Wiener Flughafen, der auf dem Rückflug beim Umsteigen rund 20 Skater mit Skates im Handgepäck ins Flugzeug ließ aber 2 ganz schlimme, rollende Terroristen wieder rausschickte...na ja, wahrscheinlich werden die Öschis nie verkraften, dass wir besser Fußball spielen ;-)

Weitere Bilder
herrliche Sonnenuntergänge
auch Techniktraining war angesagt (Foto: Roland Huth)

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